Es müssen nicht immer knallharte Gitarrenriffs und laute Schlagzeugbeats sein, die Musik zu einem Genuss machen.
Steph schafft es auch mit leisen Tönen und Songs im Midtempo-Bereich, die Zuhörerschaft von der ersten Sekunde an zu fesseln. Nachzuhören ist das auf "flying high", dem Debüt der Berner Singer / Songwriterin.
Stilsicher pendelt Steph zwischen Pop, Rock, Folk und Country und bezirzt mit grossartig inszenierten Songs und einer einschmeichelnden Stimme, die Lust auf mehr macht.
Sie ist hierzulande dünn gesät, jene Gilde der Sängerinnen, die nicht einfach nur brav Songs nachsingen, sondern selber kreiertes Liedgut zum Besten geben und sich erst noch selbstbewusst auf der Gitarre (egal ob elektrische oder Slide-Gitarre) begleiten. Steph hat das locker drauf, zur Not könnte sie auch noch Saxofon oder Klavier spielen.
Die Bernerin ist alles andere als eine Newcomerin, die so nebenbei und eher hobbymässig ein bisschen Musik macht. Sie ist mit ganzem Herzen bei der Sache. Das war schon immer so. Schon als Teenager hat die zierliche Frau mit dem grossen Willen in einer Rockabilly-Band gesungen. Das hat die Liebe zu amerikanischen Klängen geweckt, vor allem die "Train Rhythms" (nachzuhören auch auf der ersten Singleauskopplung "Summer Rain") haben es Steph angetan. An der Jazzschule hat sie später ihre Stimme ausbilden lassen, worauf hin sie Bern für ein Jahr den Rücken kehrte, um sich im Ausland nun ausschließlich der Musik zu widmen. Nach einem Jahr und der Gewohnheit täglich auf der Bühne zu stehen, entschloss sie sich ‚back home' ihr Solo-Projekt ins Leben zu rufen und sich das Gitarrespielen beizubringen.
Nach einer Konzertreihe mit Covers, war schnell klar, dass eigene Songs geschrieben werden sollen und Steph machte sich ans Komponieren und Texten. Es hat funktioniert – und wie!
Etwas vom faszinierendsten, ist es laut Steph zu sehen, wie Songs von guten Musikern umgesetzt werden und sich exakt so entwickeln wie sie es sich vorgestellt hat. Mario Capitanio (Florian Ast, Route66) hat sich dabei schon früh als kongenialer Kreativpartner erwiesen, der auch "flying high" mit seinen vielfältigen Gitarrenlicks geprägt hat. Den Erstling eingespielt haben neben Mario Capitanio, Röbi Aeberhard (Trummer), Matthias Stamm(Trummer, Marvin) und Andreas Michel (GMF, Jamie Wong Lee). Auf einigen Songs ist daneben die unverkennbare Slide Gitarre von Hank Shizzoe zu hören.
Als Produzent konnte Oli Hartung (Shirley Grimes, Hank Shizzoe & The Directors) gewonnen werden, der Steph einen eleganten, zeitlosen Sound in bestem Americana-Gewand verpasst hat.
Stilsicher pendelt die Musik zwischen Pop, dezentem Rock, Folk und Country. Der Mix aus elektrischen und akustischen Instrumenten erweist sich als einer von vielen Pluspunkten einer CD, die weit über den Stand von einheimischen Erstlings-Produktionen hinaus geht. Warum sich auf einen bestimmten Stil konzentrieren, wenn doch Musik ohne Scheuklappen so viel genussvoller sein kann? Das ist typisch für Steph, die als musikalische Einflüsse sowohl Pop aus den 80er Jahren , als auch Bruce Springsteen, Chris Isaak oder Johnny Cash angibt.
"The Best Of Both Worlds" nennt man auf englisch diese musikalische Win-Win-Situation, die Americana mit gutbernerischem Gespür für grosse Melodien vereinigt. Wetten, dass wir von Steph noch viel Gutes hören werden?
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